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Dienstag, 28. Dezember 2010

Vor mir an der Kasse #5: Baby Boom im dm

Ort:
dm Drogerie in Mainz

Person vor mir:
Brünette Frau Anfang 30

kauft:
1x Babyöl und 2x Pampers

Person hinter mir:
Blonde Frau Mitte/Ende 20

kauft:
1x Schwangerschaftstest in rosa Verpackung

...und ich überlege mir, ob ich noch schnell eine Packung Kondome zu meiner Gesichtscreme legen soll - als Gegenpol.

Dienstag, 5. Oktober 2010

Vor mir an der Kasse #4: Ikea

Ort:
Ikea Eching bei München,
an einer Kasse, wo noch echte Menschen sitzen

Person:
Mann Mitte Vierzig, groß, stämmig im schwarzen Trenchcoat (und zwar Original 80er, nicht retro), schulterlanges, lockiges Haar mit grauen Strähnen hier und da, Gesamterscheinung Marke mäßig erfolgreicher Schriftsteller/Literaturkritker.

kauft:
10 Mal den Klassiker unter den Beistelltischen, "Lack" für 5.99 Euro das Stück in Schwarz

... und macht damit die Ausstattung und somit den Traum vom kleinen Lesecafé perfekt?

Sonntag, 29. August 2010

Vor mir an der (Kiosk-)Kasse #3: Generationen

Ort:
Kiosk am Oeder Weg, Frankfurt am Main, 29.08.2010, 17:04 Uhr
Personen:
Wochenend-Vater und sein 9jähriger Sohn.
kaufen: das aktuelle "Lustige Taschenbuch" mit dem Titel "Im Zwielicht" für Sohnemann und für Vater die neuste Ausgabe von "Men's Health".

Freitag, 23. Juli 2010

Vor mir an der Kasse #2

Ort:
Rossmann in Wiesbaden, Juli 2010, 19:25 Uhr
Person:
Frau Anfang Dreißig, Statur wie ein kleines, zartes Mädchen, blonde Strähnen, Schriftzug über den gesamten Rücken tätowiert, von dem nur die jeweils ersten und letzten Buchstaben unter dem Trägertop hervorschauen
kauft: 2 Windelpackungen, eine Großpackung Babypoabwischtücher, Milchpulver, Männerparfüm von S. Oliver UND: einen Schwangerschaftstest!

... Foreshadowing oder "wie sag ich es meinem Schatz?"

Dienstag, 20. Juli 2010

Vor mir an der Kasse #1

Die Sozialstudien, die man im Supermarkt machen kann, sind so mannigfaltig wie die Auswahl an Produkten in den Regalen. Dass man den Single mit und ohne Ernährungsbewusstsein, den Familienvater, den Veganer, den Gastgeber und den Gast mit einem Blick in den Einkaufwagen identifizieren kann, ist kein Geheimnis. Aber was ist mit jenen, die seltsame Produktkombinationen vor sich herschieben? Ihnen kommt man nicht so einfach auf die Schliche, sie geben Rätsel auf. Ihr Lebensgeschichte entblößt sich nicht so leicht wie die typischen Tiefkühlpizza-Sixpack-Kombinationen (Single!) oder Küchenrolle-Olivenglas-Biowein-Trio (frisch vergeben, will durch Reinlichkeit, Genusskultur und Ökobewusstsein punkten).

Eine neue Kategorie muss also her, damit die Mysterien des Supermarkts nicht in Vergessenheit geraten!

Den Anfang macht ...

Ort:
Tengelmann in München, Juli 2010, 19 Uhr
Person:
Mann mittleren Alters, sehr groß und breit gebaut, südländischer Einschlag, seeeehr hohe Stirn, aber Haare noch dunkel, wenn auch wenig
kauft: 5 Dosen Heringsfilet in Tomatensoße und 1 Strauß fairtrade-Rosen

... und lässt mich damit ziemlich ratlos zurück ...